GroKo: Mütterrente

Die Union hat in den Koalitionsverhandlungen bei der Rente vor allem für ein Anliegen gekämpft, die sogenannte Mütterrente. Bislang bekamen Mütter deren Kinder vor 1992 geboren wurden pro Geburt einen Entgeltpunkt für ihre Rente (das entspricht dem einjährigen Einzahlen in die Rentenkasse), Mütter deren Kinder später geboren wurden bekommen drei. Sehr ungerecht.

Die ungleiche Behandlung hatte einen einfachen Grund, man wollte einen weiteren Anreiz  schaffen, dass künftig mehr Kinder in Deutschland geboren werden und so der demographische Untergang abgewendet wird. Für einen Volkswirtschaftler ist es nun ein Graus, nachträglich auch die früheren Mütter besserzustellen. Das ist kein Anreiz, dass nachträglich mehr Kinder geboren werden! Allerdings unterscheidet sich hier Politik von der Volksökonomie. Es muss  relative Gerechtigkeit hergestellt werden in einem Rechtsstaat.

Oma mit Enkeln  - CC-Lizenz, Quelle: http://www.flickr.com/photos/bp100/5064691726/

Oma mit Enkeln – CC-Lizenz, Quelle: http://www.flickr.com/photos/bp100/5064691726/

Also kommt nun diese Rentenreform, allerdings gebremst, die vor 1992 geborenen Kinder werden mit zwei Entgeltpunkten gezählt. Nach dem Dienst, den Mütter für die Gesellschaft leisten, wären alle drei Entgeltpunkte gerechtfertigt. Es wird allerdings bereits mit dieser Reform schwierig, die Reform zu finanzieren. Reichlich 6 Milliarden Zusatzkosten sind jährlich  abzufedern. Über das Jahr gesehen werden Mütter damit pro Kind 300€–350€ besser gestellt. Eine Finanzierungsquelle ist der Abbruch einer geplante Entlastung. Die Arbeitnehmer sollten weniger Rentenbeiträge zahlen. Ein schlechte Entwicklung, da grade die Lohnnebenkosten ein Wettbewerbsnachteil für Deutschland sind und die Einkommen jeden Monat sehr stark gekürzt werden. Aber irgendwo muss das Geld herkommen.

Das weitere Geld, was für diese Wohltat benötigt wird, könnte durch weitere Nullrunden für die Rentner zusammenkommen. Die Renten werden insgesamt durch die Mütterrente ja steigen, so dass es erklärbar wäre, den Durchschnitt nicht anzuheben. Mittelfristig bedeutet dies, dass es eine Besserstellung der verrenteten Mütter gegenüber anderen Rentnern gibt. Das wäre vernünftig.

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